In diesem Jahr setzt sich Amnesty International im Rahmen des Internationalen Frauentag für folgende Kampagnen ein:
Kinderehen im Iran
Laut Schätzungen von UNICEF leben 650 Millionen Mädchen und Frauen auf der Welt, die vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet wurden. Von 2017 bis 2022 wurden allein im Iran 184.000 Mädchen unter 15 Jahren verheiratet. Da nicht alle Ehen eingetragen werden, dürfte die Dunkelziffer noch viel höher liegen. Die Islamische Republik Iran hat die UN-Kinderrechtskonvention nur mit Einschränkungen ratifiziert. Eine Kinderehe beeinträchtigt häufig die Entwicklung eines Mädchens: Sie kann zu früher Schwangerschaft und damit zu einem Gesundheitsrisiko führen. Teenager-Mütter sterben häufiger an Komplikationen während der Schwangerschaft oder Geburt als ältere Frauen. Eine frühe Heirat bedeutet oft auch das abrupte Ende der Kindheit, denn die junge Ehefrau geht nicht mehr zur Schule und trägt stattdessen die Verantwortung für einen Haushalt. Damit sind auch ihre späteren Arbeits- und Erwerbsmöglichkeiten eingeschränkt. Verheiratete Mädchen werden außerdem oft aus ihrem bisherigen sozialen Umfeld herausgerissen, sind zu Hause isoliert und damit auch einem höheren Risiko von häuslicher Gewalt ausgesetzt. Ein weiterer Fokus der Aktion liegt damit auf der systematischen Diskriminierung der Frauen im iranischen Rechtssystem und in der iranischen Gesellschaft. Durch diese sind von der Kinderehe betroffene Frauen ohne Rechte häuslicher Gewalt und Vergewaltigung in der Ehe ausgesetzt; im Extremfall der Notwehr durch die Frau droht ihr trotz zum Tatzeitpunkt Minderjährigkeit die Todesstrafe.
Weitere Informationen und Aktionsmaterial gibt es hier.
„Heute bin ich frei“ – Interview zum Thema Kinderehen im Iran
Ausgebeutet und im Stich gelassen – Textilarbeiterinnen in Bangladesch und Pakistan
Die Bekleidungsindustrie ist ein globaler Wirtschaftsriese mit einem Umsatz von rund einer Billion US-Dollar im Jahr. Weltweit arbeiten fast 100 Millionen Menschen in dieser Branche – die große Mehrheit von ihnen sind Frauen. In Südasien auch.
Das bedeutet, dass wir, wenn wir über den Schutz der Menschenrechte in der Bekleidungsindustrie sprechen, auch speziell die Rechte von Frauen berücksichtigen müssen.
