Todesstrafe: Trotz Corona-Pandemie Hunderte Hinrichtungen im Jahr 2020

Shagufta Kausar und Shafqat Emmanuel

© Amnesty International / Foto: private

Selbst inmitten der Covid-19-Pandemie haben im vorigen Jahr 18 Länder weiter Todesurteile vollstreckt und Menschen hingerichtet. Der neue Bericht von Amnesty International zur weltweiten Anwendung der Todesstrafe zeigt, dass zwar die Zahl der Exekutionen weltweit insgesamt weiter zurückgegangen ist, aber in einigen Ländern sogar mehr Menschen hingerichtet wurden.

Mindestens 483 Menschen sind im vergangenen Jahr weltweit in mindestens 18 Ländern hingerichtet worden. Die vier Länder Iran (mindestens 246), Ägypten (mindestens 107), Irak (mindestens 45) und Saudi-Arabien (27) waren dabei für 88 Prozent aller bekannt gewordenen Hinrichtungen verantwortlich. Nicht enthalten in diesen Zahlen ist die Volksrepublik China. Amnesty International geht davon aus, dass in China jedes Jahr Tausende Todesurteile verhängt und vollstreckt werden, womit das Land einen unrühmlichen Spitzenplatz einnimmt. Die chinesische Regierung hält Angaben zur Todesstrafe unter Verschluss und behandelt diese als Staatsgeheimnis, sodass eine unabhängige Überprüfung unmöglich war.

Markus N. Beeko, Generalsekretär von Amnesty International in Deutschland:
„Menschen inmitten einer weltweiten Gesundheitskrise hinzurichten, unterstreicht die Absurdität der Todesstrafe.“ 

Weitere Informationen zum Todesstrafenbericht 2020

Amnesty Internationals Einsatz gegen die Todesstrafe

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Shafqat Emmanuel, der sich gemeinsam mit seiner Ehefrau Shagufta Kausar im Todestrakt befindet, leidet zunehmend unter gesundheitlichen Beschwerden. Sein Unterkörper ist gelähmt und er kann sich nicht ohne Hilfe bewegen. Er hat mehrere Wundliegegeschwüre, die laut Angaben seines Rechtsbeistands nicht angemessen behandelt werden und ihm von Tag zu Tag stärkere Schmerzen bereiten. Laut seiner Familie lag er im März drei Tage lang im Koma, ohne dass man ihn ins Krankenhaus verlegte. Das christliche Paar ist seit 2013 inhaftiert und wurde im April 2014 zum Tode verurteilt, weil es „blasphemische“ Textnachrichten an einen muslimischen Kleriker geschickt haben soll. Shagufta Kausar und Shafqat Emmanuel streiten die Vorwürfe ab.